Josef Enichlmayr


um 1950: Der technische Fortschritt prägt die Jahre 1950 - 1960 und zur Freude der vielen Urlauber wird ein Teil der Ruderboote durch neue Elektroboote ersetzt. In dieser Zeit wird der kleine Schraubendampfer "Burgstein" aus dem Betrieb genommen und ein neues Rundfahrtenboot angeschafft. Die Einzylinder Dampfmaschine kauft Franz Lehner, wird neu restauriert und ist wieder voll funktionstüchtig.
Da es in dieser Zeit noch keine offizielle Sturmwarnung und keine Wasserrettung gibt, werden des öfteren Freizeitkapitäne und unvorsichtige Badegäste bei hereinbrechendem Sturm und Gewitter gerettet.

1940: Josef Enichlmayr kauft die Bootsvermietung in Traunkirchen am Ortsplatz, die sich heute noch am selben Standort befindet.
Auch hier vermietet er Ruder- und Segelboote.
Von seiner Familie wird er tatkräftig unterstützt.

 

Während des zweiten Weltkrieges betätigt sich mein Großvater in den Sommermonaten als Steuermann auf dem Raddampfer "Gisela", der heute noch in Betrieb ist.

1935: Der Betrieb wird erweitert und zwei Holzfuhren werden angekauft. Mit diesen Booten werden Steine für den Straßenbau von den Steinbrüchen der Ostuferseite über den See transportiert - der sogenannte "Traunseemarmor".
Der Antrieb erfolgt vorerst mit Rudern und Lateinersegeln später mit Dieselmotoren.

1929:

Er erweitert seinen Schifffahrtsbetrieb um zwei zusätzliche Boote

Seine Liebe zur Schifffahrt veranlasst ihn 1929 von den Solvay-Werken das ehemalige Schleppschiff "Gerti" zu kaufen.
Mit Idealismus und vielen Arbeitsstunden wird das Boot zu einem Schraubendampfer umgebaut und erhält als Antrieb eine gebrauchte Einzylinder-Dampfmaschine (Bj 1882).
Der kleine Dampfer wird auf den Namen "Burgstein" getauft.

Mit diesem für 28 Personen zugelassenen Boot werden Rundfahrten zB festlich geschmückt beim Blumencorso Gmunden oder bei der Fronleichnamsprozession sowie Überfahrten zur Eisenau und nach Karbach durchgeführt. Auch Mondscheinfahrten stehen auf dem Programm und werden gerne gebucht. Der kleine Schraubendampfer ist sehr beliebt bei seinen Gästen und ist bis Anfang der 50er Jahre in Betrieb.

Ebensfalls 1929 erwirbt Josef Enichlmayr das Motorboot mit dem Kennzeichen C35 und verwendet es nicht nur als Zugschiff zum Wellenreiten (Wasserskifahren), sondern auch für Überfuhr und Rundfahrten im Gelegenheitsverkehr (Tragfähigkeit 10 Fahrgäste).

In den Wintermonaten baut er Plätten aus Lärchenholz, die auf Grund der schnittigen und zweckmäßigen Form sehr leicht zu rudern sind und von den damaligen Berufsfischern gerne gekauft werden.

Seit 1996 werden von Franz Lehner wieder Holzplätten nach dieser alten Bauweise gefertigt und sind bei Schönwetter am Traunsee unterwegs.

1928: Mein Großvater Josef Enichlmayr, geb. 1902, Plättenbauer und Inhaber eines Güter- und Personentransportgewerbes.
Im Sommer 1928 erwirbt er das Kapitänspatent, somit hat er die Befähigung zur selbst-ständigen Führung von Motorfahrzeugen mit unbegrenzter Länge auf österreichischen Seen.